Bärenreiterinnen – Frauen treiben Aktienkurse nach oben!

Frauen als lohnende Investition

Frauen als lohnende Investition

Kelkheim, 05.02.2013: Die Rolle der Frauen hat sich in den vergangenen hundert Jahren rapide verändert. Ihr gesellschaftlicher und vor allem ökonomischer Einfluss ist stetig gewachsen und steht jetzt kurz vor einem Durchbruch. Im aktuellen Monatsmagazin „Trend Update“ des Zukunftsinstituts stellen Matthias Horx und sein Autorenteam den Trend der zunehmenden „Feminisierung der Gesellschaft“ vor und zeigen auf, welche Folgen die Eroberung der Frauen auf männliche Bastionen hat und was sich dadurch für Gesellschaft und Wirtschaft ändert.

Frauen wie Männer müssen loslassen können

Über die Hälfte der Universitäts-Absolventen in Deutschland sind Frauen, aber nur die wenigsten machen die ganz große Karriere. Frauen werden durchschnittlich immer noch schlechter bezahlt als Männer, was größtenteils auf ihre Berufswahl und die Art ihrer Erwerbstätigkeit zurückzuführen ist. Der Großteil der Frauen arbeitet in Teilzeit und versucht, den Spagat zwischen Kind und Karriere zu meistern. Besonders hart trifft es nach wie vor Alleinerziehende sowie Frauen, die arbeitslos werden. Trotz eines allmählichen Umdenkens in den Unternehmen und dem Lösen von alten Hierarchiedenken ist es für Frauen so gut wie unmöglich, allem gerecht zu werden. Frauen verlangen sich immer noch zuviel ab, sie können nicht gleichzeitig im Beruf brillieren, den perfekten Haushalt führen, die Mama sein, die 24 Stunden auf Abruf steht, und gleichzeitig liebevolle Ehefrau und femme fatale in einem sein. Meg Whitmann, CEO von Hewlett Packard, rät ihren Geschlechtsgenossinnen daher: „Finden Sie heraus, was wichtig ist, worin Sie richtig gut sind und was Sie loslassen können. Und dann lassen Sie los.“

Frauen werden ehrgeiziger, Männer familiärer

Teilhabe der Frauen am Wirtschaftsleben weltweit

Teilhabe der Frauen am Wirtschaftsleben weltweit

Eins steht fest: Die meisten Frauen möchten sich nicht zwischen Familie und beruflichem Erfolg entscheiden müssen. Sie wünschen sich mehr Unterstützung vom Staat, den Unternehmen und ihren Partnern. Dazu bedarf es einer Umorganisation und eines Umdenkens aller Institutionen. Angefangen in der eigenen Ehe bzw. Partnerschaft, den Kindergärten und Schulen sowie den Unternehmen. Was gebraucht wird, sind klügere Serviceangebote für Eltern, die Hilfe im Alltag und Berufsleben bieten. Um beispielsweise mehr Zeit für sich selbst oder auch mal ein paar gemeinsame Stunden zu haben. Frauen werden schlichtweg „ehrgeiziger“, Männer ein stückweit „familiärer“ und was das Berufsleben anbetrifft: Es braucht neue Regeln, um neue Balancen herzustellen. Ziel sollte es sein, dass Frauen sowie Männer, Unternehmen und Politik am gleichen Strang ziehen.

Den Frauenanteil zu erhöhen, rechnet sich

Wirtschaftlich bedeutet der Faktor Frau einen Zugewinn. So belegen Studien, dass ein höherer Frauenanteil in den Chef-Etagen langfristig den Geschäftserfolg erhöht. Frauen im Vorstand beflügeln die Börsenkurse. Kurzum: Sie sind einfach die besseren Bärenreiterinnen. Laut einer Studie der Credit Suisse zeigt sich, dass Frauen für bessere Renditen sorgen. Die Aktien steigen, wenn mindestens eine Frau in der obersten Führungsetage, im Vorstand oder Aufsichtsrat sitzt.

Frauen gehen weniger Risiken als Männer ein, so dass Unternehmen weniger in Notlagen geraten. Die Diskussion unter dem Schlagwort „Gender Diversity“ markiert den Shift von einer Gerechtigkeitsdiskussion hin zu einer Profitabilitätsdiskussion, wenn es um die Integration von Frauen in die Wirtschaft geht. Fakt ist, dass Frauen andere Zugänge zu Themen haben als Männer und folgerichtig Kunden, Märkte, ihr gesamtes Umfeld anders bewerten und andere Strategien entwickeln. Beide Welten, die der Männer und Frauen, bilden zusammen eine ganzheitlichere, die weniger anfällig für Krisen ist. Gemischte Teams sind im Allgemeinen kreativer sowie produktiver. Dieses drückt sich gesamtwirtschaftlich in besseren Bilanzen aus, im besseren Image von Unternehmen und im allgemeinen Unternehmensklima. Langfristig haben Unternehmen, die auf den „Womanomics-Trend“ setzen, eine Pole Position im „War for Talents“. Sie sind attraktivere Arbeitgeber für junge Frauen und Männer, die sich immer weniger für Dienstwagen und ein exorbitantes Gehalt und immer mehr für ein angenehmes Umfeld, eine sinnvolle Tätigkeit und eine vernünftige Work-Life-Balance interessieren.

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