Zu den wichtigsten Anforderunge an moderne Produkte gehören heute neben höherer Leistung oder geringerem Preis zunehmend auch ein möchlichst geringer Verbrauch von Energie und Ressourcen. Dies gilt nicht für die egentliche Herstellung, sondern für den gesamten lebenszyklus des Produkts von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling. Diesen Anforderungen entsprechen Massivumformteile besonders gut, da schon bei ihrerer Herstellung nur geringe Materialverluste anfallen. Durch ständige Innovationen bei Werkstoffen und Produkten bauen die Unternehmen der Branche diese Vorteile stetig weiter aus. Weiterlesen Massivumformung: Eine innovative Branche mit modernen Werkstoffkonzepten »

Iterative Optimierungsschritte zur homogenen Ausleuctung einer Motorhaube mit der Trainigssoftware DLS-UV. Die Farbwerte von blau nach rot zeigen die Dosiswerte auf der Werkstückoberläche an.
Jörg Schieweck, Matthias Schneider und Andreas Hänsel1
Im Verlauf der letzten Jahre gab es in vielen Arbeitsgebieten einen Trend zur numerischen Simulation von Prozessen und Anlagen, um den steigenden Anforderungen an die Technik immer besser gerecht werden zu können. So ist z.B. die numerische Strömungssimulation eine wesentliche Methode, um den Luftwiderstand eines Fahrzeuges zu minimieren. Betrachtet man die Aerodynamik der Autos über die letzten Jahrzehnte im Vergleich zu den neusten Designstudien, so scheint dieser Prozess nicht abreißen zu wollen. Es entstehen im Laufe der Zeit neue Materialeigenschaften und Techniken für das Design mit einem vorteilhaften Einfluss auf den Luftwiderstand der Fahrzeuge. Weiterlesen Simulationstraining zur Optimierung von UV-Anlagen in der Oberflächentechnik »
Die Vorteile eines Outsourcings von Lagerhaltung und mechanischer Vorfertigung klingen vielversprechend: Hohe Investitionen in notwendige neue Lager- und Fördertechnik können vermieden, eigene Lagerfläche zugusten von wertschöpfenden Produktionsflächen aufgegeben und Personalkosten reduziert werden. Doch wie hoch ist das Einsparpotenzial eines solchen Auslagerungsprojekts wirklich? Weiterlesen Outsourcing bei der Lagerhaltung »

Das Still-Staplerleitsystem merkt sich permanent die realen Fahrzeiten aller Transporte zwischen Quell- und Zielplatz. Quelle: STILL GmbH
Ein selbstlernendes Staplerleitsystem hat Still in den Markt eingeführt. Es gehört zum neuen modularen Softwarepaket Materialfluss-Management-System (MMS). Mit der neuen Version des MMS verfügt Still über umfangreiche Module für den effizienten, operativen Betrieb von Lagern und der Optimierung von innerbetrieblichen Transporten. Die verfügbaren Funktionen und Leistungen gehen weit über die üblichen Systeme hinaus. Das STILL MMS besteht im Wesentlichen aus den Modulen Lagerverwaltungssystem (LVS), Transport-/Staplerleitsystem (TLS) inklusive Kommissionierfunktionen und dem Informationssystem. Mit dem Lagerverwaltungssystem (LVS) lassen sich alle Warenbewegungen vom Wareneingang über die Kommissionierung bis zur Tourenbereitstellung und Verladung im Warenausgang individuell steuern und umsetzen. Dabei werden Ladungsträger- bzw. Artikelinformationen wie Chargennummer, Mindesthaltbarkeitsdatum sowie diverse Lagerstrategien für differenzierte Einlagerungen als auch für kundenspezfische Warenzuteilungen im Zusammenspiel berücksichtigt. Damit werden die Waren zeit- und bedarfsgerecht im Matreialfluss bereitgestellt und der Lagerplatz optimal ausgenutzt. Materialbewegungen im Lager werden transparent und übersichtlich dargestellt. Darüber hinaus ermöglicht das System eine optimale Leergutverwaltung und unterstützt eine Stichtags- und permanente Inventur. Das Transport-/Staplerleitsytem (TLS) führt die Staplerflotte unter der Berücksichtigung verschiedener Kriterien effizient durchs Lager. Kriterien für die Optimierung sind u.a. kürzeste Anschlussfahrt, Auftragsprioritäten, Fahrauftragstypen, Fahrzeugfunktionen ,Kapazitäten für Anhänger, Ladungsträgertypen, Fahrzeugtypen und Schichtmodelle. Komplexe Strategien lassen sich mit dem MMS TLS umsetzen, wie z.B. mehrstufige oder innerbetriebliche Transporte mit Anhängerbetrieb. Ein “Feintuning der Transportsteuerung” wird durch eine indidividuell konfigurierbare Gewichtung zwischen Wege- und Terminoptimierung ermöglicht. Das Besondere daran: Das Staplerleitsystem merkt sich permanent die realen Fahrzeiten aller Transporte zwischen Quell- und Zielplatz, bewertet diese und optimiert mit den gewonnenen Daten sämtliche zukünftige Transportbewegungen. Ändern sich Abläufe und Wege im Lager, passt sich das System automatisch an und berücksichtigt für die Optimierung der Transporte die neue Lagertopologie. Zusätzlich zu den über Schnittstellen übertragenen Transporten eröffnet der Transportgenerator umfangreiche Möglichkeiten zur manuellen Eingabe (stationär oder mobil) von Transportaufträgen und Aufgaben. Es handelt sich hierbei um eine intuitive Eingabemaske (Web-Oberfläche) und dient der Erzeugung von Transportanforderungen. Die Eingaben erfolgen hierbei entweder über den Leitstand (stationär), z.B. für Eiltransporte für die Produktionsversorgung und -entsorgung oder über das Staplerterminal (mobil) sowie andere mobile Endgeräte wie beispielsweise für die Entsorgung von Leergut. Eingabefelder, die individuell angepasst werden können, ermöglichen eine schnelle Transportabwicklung. Durch eine Leerfahrtenreduzierung ,Wegeoptimierung, Fehlerreduktion, typengerechte Staplerausnutzung sowie die aktive Steuerung der Ressourcen gewährleistet das Transport-/Staplerleitsystem von Still die Effizienz aller innerbetrieblichen Transportvorgänge. Die Möglichkeiten der Erfassung und Auswertung von Aufgaben (Nebentätigkeiten der Staplerfahrer) ermöglicht eine verursachergerechte Umlegung der Kosten. Neben einer optimierten Lagerund Transportsteuerung bietet ein entsprechendes Informationssystem den Überblick über sämtliche relevante Daten, wie z.B. den Bearbeitungsstatus aller aktuellen und geplanten Auftragsdaten bis zur einzelnen Position. Eine Vielzahl von Logistikkennzahlen lässt sich schnell und übersichtlich im System darstellen oder aus diesem exportieren. Aufgrund der intelligenten Systemarchitektur lässt sich das MMS leicht an über- und untergelagerte Systeme des Kunden anbinden (z.B. SAP).

Das Touch Terminal von Still mit Wareneingangs-Positionsübersicht mit großflächigem, kontrastreichen 12,1 Zoll Display und für Extrembelastungen im rauen Industriealltag Quelle: STILL GmbH
Es verfügt über entsprechende Schnittstellen für diverse Hardwarekomponenten wie Terminals, Scanner und mobile Drucker, Verschieberegale und Fördertechnik, zu STILL eigener Hardware und zu Still Fahrerassistenzsystemen wie z.B. OptiSpeed 4.0. Durch den modularen Aufbau des Systems kann z.B. das Transportleitsystem als eigenständiges System an bestehende Lagerverwaltungssysteme, Produktionsplanungsund Steuerungssysteme des Kunden angebunden werden. Eine Ergänzung zum MMS, sind die neuen Still Touch Terminals 8,4 Zoll und 12,1Zoll. Sie wurden für die Extrembelastungen im rauen Industriealltag entwickelt und überzeugen durch ein großflächiges, kontrastreiches Display für die Darstellung komplexer Datenmengen, z.B. für das Kommissionieren komplexer Auftragsstrukturen. Darüber hinaus sorgen ein vibrationsresistenter Speicher, in das Gehäuse integrierte Antennen, und die Schutzklasse IP 65 für eine hohe Verfügbarkeit der Terminals in dem rauen Umfeld.
Kunststoffe mit maßgeschneiderten Eigenschaften
Kunststoffe substituieren in vielen Anwendungen die klassischen Werkstoffe und sind dadurch in unserem Leben allgegenwärtig geworden. Zahlreiche neue Anwendungen (z.B. in der Medizintechnik oder der Kommunikationsbranche) werden überhaupt erst durch Kunststoffe ermöglicht. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Werkstoffgrupep “Kunststoffe” liegt darin, das Eigenschaftsprofil auf den jeweiligen Anwendungsfall individuell einstellen zu können. Die Eigenschaften eines Kunststoffcompounds lassen sich durch Additive, Füll- und Verstärkungsstoffe oder durch Zulegieren eines anderen Kunststoffes (Blenden) in weiten Grenzen verändern.
Die Praxis der Werkstoffentwicklung zeigt, dass – bedingt durch zusätzliche Anforderungen – auch die Komplexität der Formulierungen immer weiter ansteigt. Mit jeder Anpassung der Werkstoffe an neue Anwendungen und Anforderungen nehmen meist auch die Anzahl der Rezepturbestandteile und damit auch die Wahrscheinlichkeit von unerwarteten Wechselwirkungen zwischen den Komponenten der Formulierung zu.
Hinzu kommt, dass nicht nur die Zusammensetzung der Rezeptur, sondern auch die Compoundier- und Verarbeitungsbedingungen die Werkstoffmorphologie und das Eigenschaftsprofil wesentlich beeinflussen. Die Herstellung und damit auch Entwicklung der Kunststoffcompounds erfolgt typischerweise auf gleichlaufenden
Doppelschneckenextrudern. Die klassische Werkstoffentwicklung mit den Schritten Versuchsplanung, Materialcompoundierung, Probekörperherstellung und Materialprüfung ist zeit- und kostenintensiv und lässt nur eine grobe punktuelle Betrachtungsweise von Rezepturvarianten zu. In vielen Fällen müssen diese Entwicklungsschritte in mehreren Schleifen durchlaufen werden, um das gewünschte Eigenschftsprofil zu erzielen. Aufgrund der Komplexität der Zusammenhänge und der damit verbundenen geringen Vorhersagbarkeit der optimalen Zusammensetzung sind die Werkstoffentwicklungen stark durch Trial-and-Error geprägt.
Komplexität erfordert neue Methoden
Der vor allem in der Pharmaindustrie genutzte kombinatorische Ansatz, Rezepturen in tausenden Parallelversuchen zu entwickeln, ist auch für die Kunststoffindustrie attraktiv, aber nicht in direkter Weise übertragbar, weil die hochviskosen Kunststoffschmelzen schwere Maschinen zur Mischungserstellung erfordern und sich die Prozesse dadurch kaum parallelisieren lassen.
Ein alternativer Lösungsansatz besteht in einer “seriellen” Vorgehensweise, d.h. eine schnelle kontinuierliche Veränderung der Rezeptur bei gleichzeitiger Online-Bewertung des erhaltenen Eigenschaftsprofiles. Unter dem Kürzel CC/HTS (Combinatorial Compounding and High-Throughput Screening) wurden eine entsprechende Methodik und Anlagentechnik entwickelt. Diese besteht aus einem Doppelschneckenextruder (ZSK 18 MegaLab) mit angeflanschter Flachfolienextrusion und integrierten Prüfeinrichtungen (Abb. 2).
Ein wesentliches Element sind die frei ansteuerbaren Dosieranlagen, die eine Dosierung der Rezepturkomponenten in zeitlichen Gradienten erlauben. Hierbei wird innerhalb einer Grundrezeptur der Anteil einer Komponente kontinuierlich erhöht und gleichzeitig der Anteil einer anderen reduziert.
Das System ermöglicht es, bis zu vier unterschiedliche Dosierwaagen in der Anlage anzusteuern. Durch die anschließende Folienextrusion wird die jeweilige Rezeptur in der Folie eingefroren und steht unmittelbar als Prüfkörper zur Verfügung. Mittels eines modularen Systems an Online-Prüfmethoden werden verschiedene Eigenschaften ermittelt, so dass in direkt an der Anlage Rezeptur-Eigenschaftsbeziehungen für verschiedenste Fragstellungen und Anwendungen erarbeitet werden können.
Methoden zum High-Throughput-Screening
Wesentlich für ein praxistaugliches Entwicklungssystem ist das Spektrum an geeigneten Screening-Methoden, die eine direkte Online-Charakterisierung erlauben. Dazu wurden verschiedene Methoden entwickelt, die in einem modularen Baukasten zur Verfügung stehen und für die jeweilige Entwicklungsaufgabe kurzfristig an die Anlage adaptiert werden können. Durch Wahl geeigneter Online-Messmethoden konnten Werkstoffentwicklungen zu Themenstellungen wie der Auswahl geeigneter Haftvermittlerkombinationen für Füll- und Verstärkungsstoffe, zur Nukleierungswirkung von Additiven oder zur synergistischen Kombination von Stabilisatoren durchgeführt werden. Dazu wurden spektroskopische Online-Methoden zur Bewertung der Kristallisation und zum Abbau der Polymermatrix eingesetzt. Im nachfolgenden Praxisbeispiel werden speziell die Online-Bewertungsmöglichkeiten für eine Blendentwicklung vorgestellt.
Mechanische Eigenschaften – Online
In einer neu entwickelten Online-Prüfeinrichtung für mechanische Eigenschaften (Abb. 3) werden zeitgleich drei unterschiedliche mechanische Prüfungen durchgeführt:
Werkstoff-Morphologie – Online
Neben dem kurzfristigen Entwicklungsziel, nämlich dem Erzielen eines bestimmten Eigenschaftsspektrums, sollte bei einer Werkstoffentwicklung immer auch der gezielte Know-how-Aufbau im Unternehmen eine Rolle spielen. Dazu ist es notwendig, nicht nur die Eingangsgrößen (Rezeptur) und Ausgangsgrößen (z.B. mechanische Eigenschaften) zu kennen, sondern auch die damit verknüpfte Werkstoffmorphologie zu betrachten. Bei der konventionellen Compoundentwicklung wird der Know- How-Aufbau oft dadurch begrenzt, dass zwar bestimmte Kennwerte der Versuchscompounds ermittelt werden, aber die zugehörige Information zur Werkstoffmorphologie fehlt, d.h. keine Information zum “Warum” vorliegt. Zur Morphologieaufklärung sind normalerweise REM oder TEMAufnahmen erforderlich, die wegen des Aufwandes in der Praxis nur selten oder zumindest nur für wenige ausgewählte Compounds zur Verfügung stehen.
Für die Beurteilung von Blends spielt die charakteristische Domänengröße und -form eine entscheidende Rolle. In der Regel strebt man an, Tropfen-Matrixstrukturen mit möglichst kleinen und symmetrischen Tröpfchen zu erzielen, welche mit guten und isotropen Materialeigenschaften einhergehen. Liegen dagegen elongierte Domänenstrukturen vor, so ergibt sich für bestimmte Materialeigenschaften (z. B. Festigkeit) eine Vorzugsrichtung. Die charakteristischen Domänengrößen in entsprechenden Blends liegen im Bereich von ca. 100 nm bis 1 μm. Im Rahmen verschiedener Projekte wurde die Kleinwinkellichtstreuung soweit entwickelt, dass sie heute als Online-Prüfung eingesetzt werden kann. Mit ihr sind Rückschlüsse auf die Blendmorphologie an Folien möglich. Der Versuchsaufbau der verwendeten Online- Kleinwinkellichtstreuung ist in Abb. 4 dargestellt. Wie zu erkennen, ist ein Laser senkrecht zur Folienebene montiert. Beim Durchstrahlen der Folie kommt es zur Lichtstreuung an den Domänen, welche mit einer CCD-Kamera über ein optisches Linsensystem detektiert wird. Aus der Intensitätsverteilung der so detektierten Streubilder ist es möglich, auf die Domänengröße und -form der dispergierten Phasen im Blend zu schließen.
Praxisbeispiel: Schlagzähmodifizierung von Polypropylen mit Polyolefinelastomeren
Zur Schlagzähmodifizierung von Polypropylen hat sich – neben zahlreichen anderen Möglichkeiten – in den vergangen Jahren die vergleichsweise neue Materialklasse der Polyolefinelastomere (POE) etabliert. Dabei handelt es sich um metallocen-katalysiert hergestellte Copolymere aus Ethylen und einem höheren α-Olefin. Durch das thermoplastische Materialverhalten ist eine gute Verarbeitung mit Polypropylen gegeben, wobei die sich einstellende Phasenmorphologie dieser Blends stark mit dem Viskositätsverhältnis der Blendpartner, sowie mit dem α-Olefin-Anteil der POE-Komponente verknüpft ist. Im Allgemeinen gilt, je höher der α-Olefin-Anteil der POE-Komponente und je ähnlicher die Viskositäten der einzelnen Komponenten, desto einfacher lässt sich eine feinteilige Phasenmorphologie erzielen. Allerdings erhöht sich mit steigendem α-Olefin-Anteil das elastomere Verhalten des POEs. Dadurch kann die Zähigkeit-Festigkeits-Balance für den jeweiligen Anwendungsfall optimal eingestellt werden.
Für die Rezepturvariation werden die Prozessparameter jeweils vor dem Start der Versuchsreihe voreingestellt und über die Versuchsdauer konstant gehalten. Im Beispiel wurde mit reinem PP begonnen und innerhalb einer Stunde der POE Anteil im Blend ausgehend von 0 auf 50 Gew.-% kontinuierlich erhöht. Es wurden zwei verschiedene POEs mit unterschiedlichen Viskositäten und α-Olefin-Anteil untersucht.

Abb. 6: Kleinwinkel-Lichtstreuung als Online-
Morphologieinformation bei der Blendentwicklung. Die Streulichtintensität nimmt in der Farbabfolge schwarz, blau, grün, gelb, rot und
weiß zu
Die Auswertung in Abb. 5 zeigt, dass sowohl beim Steifigkeitsverhalten (2 % Sekantenmodul) als auch bei der Streckspannung beide POEs erwartungsgemäß einen zum POE-Gehalt proportionalen Abfall der jeweiligen Eigenschaft hervorrufen (Mischungsregel).
Die Durchstoß- und Weiterreißeigenschaften beider Blends folgen hingegen keiner Mischungsregel und unterscheiden sich auch signifikant voneinder. Während bei den Versuchen mit POE1513 eine deutliche Erhöhung der Durchstoßkraft mit einem Maximum bei 20 Gew.-% POE zu verzeichnen ist, ist mit POE0630 über den gesamten untersuchten Rezepturbereich keine Steigerung zu erkennen. Im Weiterreißverhalten beider Blends sind ebenfalls gravierende Unterschiede zu beobachten. Während bei Zumischung von POE1513 lediglich ein leichter Anstieg des Weiterreißwegs zu beobachten ist, tritt mit POE0630 ein deutliches Maximum bei ca. 30 Gew.-% POE-Anteil auf.
Morphologien bestimmen Eigenschaften – und liefern Know-How
Durch die Online-Kleinwinkellichtstreuung werden parallel zu den mechanischen Eigenschaften Aussagen zur Morphologie möglich. In Abb. 6 sind die Lichtstreubilder der untersuchten Blends für vier unterschiedliche POE-Anteile zusammengestellt.
In beiden Versuchsreihen sind für POE-Gehalte von bis zu 20 Gew.-% im Streubild deutlich hervorstehende „Nadeln” parallel zur Hochachse des Bildes zu erkennen. Während in den Blends mit POE1513 bei ca. 30 Gew.-% POE-Anteil diese Nadel nahezu verschwunden ist und das Streubild nunmehr einen ellipsoiden Charakter aufweist, tritt in den Blends mit POE0630 die Nadel erst bei deutlich höheren POE-Anteilen in denHintergrund. Ein ausgeprägt elongiertes, nadelförmiges Streubild spiegelt in Folienabzugsrichtung elongierte Phasen-Domänen wider.
Die Streubilder der Blends mit POE0630 weisen im Zentrum des Musters eine deutlich höhere Intensität auf (breitere Ausdehnung des Bereichs höchster Intensität, weiß) als diejenigen der Blends mit POE1513. Dies weist auf eine grobe Morphologie mit größeren Domänen hin.
Know-How von Struktur-Eigenschaftsbeziehungen als strategischen Entwicklungsvorsprung begreifen
Die beschriebene Methodik erlaubt es, bei Werkstoffentwicklungen auch große Versuchsräume mit vielen Rezepturparametern in kurzer Zeit abzuprüfen. Durch die kontinuierliche Veränderung der Rezeptur werden Effekte einzelner Parameter oder auch synergistische Effekte mehrerer Parameter viel klarer erkennbar als bei der konventionellen punktuellen Betrachtungsweise. Darüber hinaus bieten Methoden wie die Kleinwinkel-Lichtstreuung neue Möglichkeiten parallel zu den Eigenschaften von Werkstoffen auch die Struktur- Eigenschaftsbeziehungen direkt im Werkstoff-Entwicklungsprozess zu beobachten. Dies dient der Beschleunigung des Entwicklungsprozesses. Andererseits sollte es aber auch als ein wichtiges strategisches Werkzeug verstanden werden, um den Werkstoffentwicklern ein erheblich tieferes Werkstoffverständnis zu vermitteln. Im Ringen um das beste Produkt am Markt und den langfristigen Erfolg mit neu entwickelten Produkten ist der Aufbau dieses knowhows essentiell.
Stefan Reschke, Dr. Ramona Langner, Jürgen Kohlhoff
Unter LTCC-Keramik versteht man keramische Formkörper, die durch Sintern bei relativ niedrigen Temperaturen, in der Regel zwischen 800°C und 1000°C, aus einer oder mehreren verschiedenen keramischen Zusammensetzungen hergestellt werden. Üblicherweise handelt es sich bei diesen Werkstoffen um kristallisierbare Gläser (Glaskeramiken) oder Mischungen aus solchen mit Keramiken, die meist als Pulverschlicker oder -pasten in dünnen Schichten von je 50 bis ca. 500 Mikrometern Dicke ausgebracht und übereinander gestapelt werden. Neben Strukturwerkstoffen wie Aluminiumoxid, Cordierit oder Siliziumdioxid werden auch Funktionswerkstoffe wie Piezoelektrika eingesetzt. Bauteile aus LTCC-Keramik finden überwiegend in Mikro- und Mesosystemtechnik Anwendung. Weiterlesen Dreidimensional strukturierte LTCC-Keramik »
Zur effizienten und genauen Verifikattion von Simulationsmodellen speziell für neue Leichtbauwerkstoffe in der Automobilindustrie eigenen sich optische Schwingungsmessverfahren besonders gut. Eine neue Generation digitalerScanning Vibrometer unterstützt durch die deutlich verbesserte Aufläsung den Schwingungstest an leichten Bauteilen mit hoher Eigendämpfung. Weiterlesen Polytec Scanning Vibrometer für besseren Leichtbau »
Energie ist ein knappes Gut und die Preise steigen. Bei vielen Unternehmen wird Energie zu einem wichtigen und teilweise existenziellen Kostenfaktor. Umso wichtiger ist es, professionelles Energiemanagement zu betreiben. Nur so können die Energieressourcen optimal genutzt werden. „Energiemanagementsysteme setzen Unternehmen in die Lage, den Energieverbrauch zu steuern und sind wichtiger Teil eines Business-Continuity-Managements, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern“, sagt Dr. Rainer Feld, Leiter „Competence Center Energy“ und Geschäftsführer der BSI Management Systems und Umweltgutachter GmbH (BSI) in Hanau. Nach einer Studie von BSI liegen Energiemanagementsysteme zwar im Trend, sind in Deutschland allerdings noch wenig verbreitet. Weiterlesen Systematisches Energiemanagement liegt im Trend »
Peter Dültgen, Helmut Brand
Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe e.V. (FGW)
Bernd-Arno Behrens, Timur Yilkiran
Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM), Leibniz Universität
Günter Bräuer, Hanno Paschke, Martin Weber
Fraunhofer Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST)
Die überwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen der Warmmassivumformung unterliegen einem hohen internationalen Kostendruck, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben zu können. Dadurch ergeben sich Forderungen zur Senkung der Fertigungskosten und zur höheren Wertschöpfung durch die Produktion von Werkstücken mit zunehmender Komplexität. Durch zunehmende Automatisierung konnten die Prozesskosten bereits stark gesenkt werden. Daher wird in vielfältigen aktuellen Arbeiten die Reduzierung der Werkzeugkosten als weiterer Optimierungsschritt der Werkzeugkosten angesehen. Schmiedegesenke unterliegen prozessbedingt starkem Verschleiß, der einen signifikanten Einfluss auf die erzielbaren Standmengen und damit auf die stückzahlbezogenen Kosten ausübt.
Eine Standmengenerhöhung durch die Verwendung von Verschleißschutzschichten ist das Ziel der hier dargestellten Arbeiten.
Prof. Dr.-Ing. Ulf Breuer
Institut für Verbundwerkstoffe GmbH Kaiserslautern Strukturbauteile aus Composites, insbesondere solche aus faserverstärkten Kunststoffen, sind heute aus den meisten Bereichen des täglichen Lebens kaum mehr wegzudenken. Im Automobil, im Luftfahrzeug, in Sport- und Freizeitgeräten, in der Medizintechnik, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Energietechnik, für Windkraftanlagen und in vielen weiteren Branchen haben sich diese Werkstoffe bereits fest etabliert und tragen schon lange zu nennenswerten Produktverbesserungen bei. Weiterlesen Composites – viel erreicht und noch mehr viel zu tun! »