EMKA Verschlusssysteme zum Schutz der Steuerungsmodule von Vossloh Kiepe

Paris, Riad, Vancouver oder Wuppertal – wer in diesen und vielen weiteren Städten weltweit den öffentlichen Nahverkehr nutzt, ist häufig mit der Steuerungstechnik von Vossloh Kiepe unterwegs. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf fertigt Antriebs-, Bordnetz- und Klimasysteme für eine Vielzahl von Schienen- und Straßenfahrzeugen. Besonders wichtig im Personenverkehr ist die Sicherheit der Anlagen und damit auch der Fahrgäste. Um die elektrischen Steuerungsmodule zuverlässig zu schützen, setzt Vossloh Kiepe in zahlreichen Projekten auf Verschlusslösungen von EMKA. Rund 3500 Verschlüsse aus Edelstahl liefert der Hersteller allein für einen Auftrag der Stadt Hannover, um 50 neue Straßenbahnen in auszustatten.

Vossloh Kiepe benennt die maßgeschneiderten Steuerungseinheiten, die in Düsseldorf mit der Unterstützung von etwa 600 Mitarbeitern entstehen, direkt nach ihrem Bestimmungsort. In der Fertigungshalle ist daher zum Beispiel Hannover nur wenige Schritte von Manchester entfernt. An Neuaufträgen herrscht offenbar kein Mangel, denn in allen Arbeitsbereichen wird geschraubt, vermessen und geprüft. Auffallend ist die große Sauberkeit im Betrieb. Obwohl viele Mitarbeiter in Bewegung sind, ist kein Staub oder sonstiger Schmutz zu sehen. Der einwandfreie Zustand der elektrischen Komponenten hat zu jedem Zeitpunkt der Montage oberste Priorität. Damit dieser später auch im täglichen Verkehrsbetrieb gewährleistet ist, kommt die Verschlusstechnik von EMKA zum Einsatz.

Die Komponenten der Verschlusstechnik

Für das geschulte Auge wird schnell deutlich, in wie vielen unterschiedlichen Projekten die EMKA Komponenten für erhöhte Sicherheit sorgen. Wird an einem Gehäuse gerade ein Verschluss aus Edelstahl angezogen, ist an anderer Stelle bereits eine Dichtung mit elektromagnetischer Verträglichkeit (EMV) eingesetzt. EMV ist gerade in der Steuerungstechnik besonders wichtig, damit sich die einzelnen elektrischen Komponenten nicht wechselseitig beeinflussen. Jedes Projekt bei Vossloh Kiepe ist einzigartig, da die Auftraggeber ganz individuelle Anforderungen an ihre Fahrzeuge stellen. „Die Vielfalt an Konstruktionsdesigns erfordert von uns eine hohe Flexibilität für eine maßgenaue Verschlusstechnik. Unsere besondere Fertigungskompetenz zeigt sich dabei häufig im Detail“, erläutert Stefan Wallenborn, Vertrieb EMKA Transport. So gibt es selbst bei unscheinbaren Komponenten wie Dichtungen und Scharnieren feine Unterschiede: Dichtungen mit Hohlkammer oder Flachdichtung, aus dem synthetischen Kautschuk EPDM oder Silikon? Scharniere für innen- oder aufliegende Türen? Passende Antworten auf diese und ähnliche Konstruktionsfragen sind mitentscheidend für die Qualität der Verschlusstechnik. Der Vorteil von EMKA: Das Unternehmen verfügt über eine einzigartige Fertigungstiefe und kann umfassende Verschlusssysteme aus einer Hand liefern, ohne auf weitere Zulieferer angewiesen zu sein.

Einfache Handhabung und zuverlässiger Schutz

Die Anforderungen von Vossloh Kiepe an die ausgewählten Lösungen sind klar definiert. Die Systeme müssen möglichst einfach zu bedienen sein und so zuverlässig schließen, dass sie sich auch in außergewöhnlichen Verkehrssituationen nicht durch Zufall öffnen. „Verschlüsse für den Personennahverkehr sind rüttelsicher konstruiert, doppelt gesichert und können nur durch aufeinanderfolgendes Drehen in zwei Richtungen gelöst werden. Das ist ein wichtiges Kriterium für die öffentliche Sicherheit. Außerdem spielt der Brandschutz eine große Rolle“, betont Heinrich Steinborn, Konstrukteur bei Vossloh Kiepe und in seiner Funktion zuständig für Komponenten, Antriebstechnik und Klimatisierung.

Im Brandfall dürfen beispielsweise keine toxischen Gase austreten, die der Gesundheit der Fahrgäste schaden könnten. EMKA bietet eine Produktserie für den Schienenverkehr, die als erste am Markt die Brandschutzbestimmungen der Europäischen Norm EN 45545 erfüllt. In Abschnitt zwei der Norm sind die Anforderungen an das Verhalten von Materialien und Komponenten in direkter Flamme dargelegt. Ein sicherer Bahnbetrieb ist dabei ab Stufe E 15 gewährleistet. Das heißt: das eingesetzte Material kann der Flamme 15 Minuten lang standhalten. EMKA-Vorreiber aus Edelstahl hingegen sind so temperaturfest, dass sie bei den Belastungstests durch das Prüflabor Currenta in Leverkusen sogar Kategorie E 20 erreicht haben. Damit bieten sie ein deutliches Plus an Sicherheit. Auch die EMKA-Dichtungen und Scharniere in VA-Stahl sind entsprechend brandschutzfähig.

Trends auf dem deutschen Markt

Trotz des großen internationalen Erfolgs hat das Düsseldorfer Unternehmen seinen wichtigsten Zielmarkt nach wie vor in Deutschland. Dies liegt zum einen an der außergewöhnlich dichten Struktur des öffentlichen Nahverkehrs, hat zum anderen aber auch kulturelle Gründe. „Aufgrund der zahlreichen regionalen Verkehrsbetriebe haben wir in Deutschland ein gutes Versorgungsnetz und einen besonders großen Kundenstamm. In anderen europäischen Ländern oder den USA zum Beispiel ist der Individualverkehr viel stärker ausgeprägt“, sagt Steinborn. Neben dem Trend zu möglichst energieeffizienten Antrieben lassen sich drei weitere Entwicklungen im deutschsprachigen Raum beobachten: Bei den Straßen- und Stadtbahnen werden schon seit einiger Zeit Niederflurbahnen verstärkt nachgefragt, da sie einen barrierefreien Einstieg ermöglichen. In der Steuerungstechnik wiederum gibt es einen klaren Schwenk hin zu modularen Einheiten und damit zu einer höheren Flexibilität. Vor einigen Jahren noch hatte jede Komponente das Normalmaß von 19 Zoll. Immer strengere Sicherheitsvorschriften führen außerdem zu einer höheren Wertschätzung für gute Verschlusstechnik aus belastbaren Materialien. Steinborn erinnert sich noch an Zeiten, in denen am Markt einfache Gummiverschlüsse eingesetzt wurden, die weder ozon- noch UV-beständig waren und hohen Wartungsaufwand verursachten.

 

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