FILTECH 2018 – Trends und Innovationen bei textilen Filtermedien

Dr. Harald Anlauf – akademischer Direktor – KIT Karlsruhe Institute of Technology

Vom 13.-15. März 2018 wird Köln wieder der Treffpunkt der weltweiten Filtrations- und Separations-Community sein. 400 erwartete Aussteller werden den Fachbesuchern die neusten Innovationen im Bereich der Filtrations- und Separationstechnik präsentieren und die parallel laufende Konferenz mit 200 Vorträgen wieder der Hotspot für Wissenschalter aus aller Welt sein. Auf eine einzigartige Weise präsentiert die FILTECH 2018 alle relevanten Techniken und Apparate für die Partikeltrennung aus Flüssigkeiten und Gasen. Das Spektrum der präsentierten Themen reicht darüber hinaus und umfasst auch angrenzende aber insbersondere für Filtermedien wichtige Gebiete, wie Klebstoffe, Anwendung von Ultraschall- und Plasma-Technologien, Schneidsysteme und textilverarbeitende Maschinen.

Filtermedien sind das zentrale Element in allen Filtrationsprozessen und die Schnittstelle zwischen Partikeln in Flüssigkeiten oder Gasen, Apparaten und Betriebseinstellungen. Die FILTECH spiegelt den letzten Stand der Technik für Filtermedien und insbesonders für Textilfiltermedien unter allen möglichen Aspekten, wie Anwendung, Produktion, zusätzlicher Funktionalität, Prüfung und Analyse, numerischer Simulation von Durchströmungseigenschaften, usw dar.

Für gewebte Filtertücher kann eine Tendenz zu kleineren Maschenweiten, größerem Durchfluss und hoher mechanischer Stabilität beobachtet werden. Das Konzept der schweizerischen Firma SEFAR, die Partikelrückhaltung und gleichzeitig die Durchflussrate ihrer polymeren Monofilamentgewebe zu erhöhen, basiert auf einer einer speziellen Webtechnologie zur Erzeugung von sog. “Doppelgeweben” Ein derartiges Filtermedium besteht aus einer feinporigen dünnen oberen Schicht und einer grobmaschigeren aber mechanisch stabileren Unterschicht, so wie die allseits bekannten asymmetrischen Membranstrukturen aus dem Bereich der Mikro- bzw. Ultra- oder Nanofiltration. Beide Schichten werden auf demselben Webstuhl erzeugt und sind untrennbar miteinander verbunden.

Eine alternative Strategie wird von der Firma Haver&Boecker verfolgt, die eine innovative dreidimensionale Gewebestruktur entwickelt hat. Diese Gewebestruktur vergrößert die offene Siebfläche wesentlich und kann so den Durchfluss im Vergleich zu den herkömmlichen Strukturen fast verdoppeln. Das neue Gewebe kann kleine Poren bis hinunter zu 5µm mit verhältnismäßig dicken Fasern realisieren. Das ist nicht nur wirtschaftlich günstig, sondern ermöglicht auch den Einsatz spezieller Materialien wie Avesta, Hastelloy, Inconel oder Titan zur Erzeugung feinstporiger Filtermedien, weil diese nicht in den dafür üblicherweise verwendeten geringen Faserstärken verfügbar sind.

Ein ähnliche Webtechnologie ist durch GKD-Kufferath entwickelt worden. Für 5µm Porengröße konnte eine Zunahme des Durchflusses von 25 % im Vergleich mit herkömmlichen Filtergeweben größerer Maschenweiten erreicht werden.

Die Entwicklung von optimierten Strukturen nicht nur gewebter Filtermedien für die Oberflächenfiltration, sondern auch nichtgewebter Filze und Vliese aus Mikro- und Nanofasern für die Tiefenfiltration stützen sich immer mehr auf moderne numerischen Simulierungstechniken. Die neuesten Ergebnisse dieser Arbeiten stellen inzwischen einen festen Bestandteil des Vortragsprogrammes auf dem FILTECH Kongress dar.

Die erweiterte Funktionalität von Filtermedien stellt einen weiteren aktuellen Trend der Forschung und Entwicklung dar. Dazu gehören beispielsweise elektrisch geladene Nanofasern für verbesserte Trenneigenschaften, Plasma-Coating zur Kontrolle der Benetzbarkeit , spezielle adsorptive Eigenschaften von Textilien oder die Integration mikroporöser Membranen in Gewebestrukturen. Besonders durch die Kombination von hydrophilen mikroporösen Membranen und mechanisch stabilen Geweben können semipermeable Filtermedien erzeugt werden, die spektakuläre neue Möglichkeiten im Bereich der kuchenbildenden Vakuum- und Überdruckruckfiltration ohne Gasdurchfluss und somit minimalen Energieverbrauch sowie maximale Partikelrückhaltung bieten.

Weitere Informationen: www. filtech.de

 

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