Grünes Licht für die Revolution in der Klebstofftechnologie

Dr. Adrian Jung, Chemiker im 3M Forschungszentrum in Neuss und Erfinder des so genannten „Ampelklebstoffs“. (3M)

Dr. Adrian Jung, Chemiker im 3M Forschungszentrum in Neuss und Erfinder des so genannten „Ampelklebstoffs“. (3M)

3M Scotch-Weld 7270 B/A mit Haltbarkeits- und Farb-Indikator

Rot, gelb, grün – der neuartige 2-Komponenten-Konstruktionsklebstoff 3M Scotch-Weld 7270 B/A ist seit September 2013 auf dem Markt und begeistert die Anwender. Hinter dieser innovativen Weltneuheit steckt ein kreativer Erfinder von 3M, der mit seiner Idee und einer intensiven Forschungsarbeit die Klebstofftechnologie revolutioniert hat.

Der sogenannte „Ampelklebstoff“ gilt mit seinen außergewöhnlichen Produkteigenschaften bereits kurz nach der Markteinführung als Meilenstein in der 3M Entwicklungsgeschichte. Erstmals ist es gelungen, dem Anwender durch einen Farb-Indikator den Aushärtungsverlauf eines Klebvorgangs mithilfe der Ampelfarben Rot, Gelb und Grün zu signalisieren. Ist das Haltbarkeitsdatum überschritten, so verfärbt sich der zähelastische Hybrid-Konstruktionsklebstoff blau. Diese Visualisierung macht den chemischen Prozess beim Fügen von Werkstoffen deutlich, und verhindert somit eine verfrühte Belastung verklebter Bauteile. Dies ist ein großer Vorteil in den zeitlich genau getakteten Prozessen der Fertigungsindustrie.

Die Idee vom Ampelklebstoff
Erfinder dieses revolutionären Klebstoffs ist der promovierte Chemiker Dr. Adrian Jung, dem die Idee zu diesem Produkt bei Versuchen im Labor kam. Dort experimentierte sein Team mit Farbstoffen und untersuchte deren Eignung für Klebstoffe. Ein Farbstoff zeigte ein ungewöhnliches Verhalten: Die Farbigkeit verschwand, konnte aber auch vollständig zurückkehren. Bei der Untersuchung des Phänomens wurde festgestellt, dass die Mischung bestimmter Farbstoffe die Grundlage für einen Ampelklebstoff sein könnte. Da das Multi-Technologieunternehmen seinen Erfindern die Möglichkeit gibt, 15 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Entwicklung solcher Ideen bis zur Industriereife zu nutzen, verfolgte A. Jung dieses Projekt von den ersten Vorversuchen Ende 2008 bis zur Patentierung und jetzigen Kommerzialisierung erfolgreich.

Ein farbiger Sensor für mehr Sicherheit
Das Prinzip des Farb-Indikators im neuen Klebstoff funktioniert gemäß der „Ampelsprache“ und ist leicht zu übersetzen: Rot und Weiß zeigen an, dass die Komponenten frisch und einsatzbereit sind. In der Mischdüse verbinden sich beide Komponenten, die chemische Reaktion beginnt und führt zu einem Farbumschlag ins Gelbe. Grün gibt das Startsignal für das Erreichen der Handfestigkeit und ein erstes Belasten der Werkstoffe nach dem Fügen. Diese innovative Technologie der direkten Farbwahlkopplung ist die Basis für einen sicheren Prozess des strukturellen Klebens von Metallen und Faserverbundwerkstoffen in der Fertigungsindustrie. Mit spaltfüllenden Eigenschaften ausgestattet, zeichnet sich der Klebstoff außerdem durch exzellente Zugscher- und Schälfestigkeiten bei hoher Temperatur- und guter Alterungsbeständigkeit aus.

Ein Rundum-sorglos-Paket
Und es steckt noch ein weiteres innovatives Feature in dem leistungsfähigen Konstruktionsklebstoff: Während der Farb-Indikator die optimale Vermischung der Komponenten und den Aufbau der Festigkeit eindeutig signalisiert, zeigt der integrierte Haltbarkeits-Indikator zusätzlich die Verwendbarkeit des Produkts an. Für A. Jung ein wichtiger Aspekt: „Der neue Hybridklebstoff gibt nicht nur einen optischen Anhaltspunkt für den Härtungsverlauf, sondern ermöglicht auch die Überwachung der Lagerfähigkeit und Alterung von Komponenten an der Umgebungsluft. Diese Eigenschaften erlauben auch unerfahrenen Arbeitern eine sichere Anwendung. Dadurch lassen sich zusätzliche Kosten für fehlgeschlagene Verklebungen reduzieren.“ Weitere Informationen unter www.3M-klebtechnik.de .

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