Systematisches Energiemanagement liegt im Trend

Energie ist ein knappes Gut und die Preise steigen. Bei vielen Unternehmen wird Energie zu einem wichtigen und teilweise existenziellen Kostenfaktor. Umso wichtiger ist es, professionelles Energiemanagement zu betreiben. Nur so können die Energieressourcen optimal genutzt werden. „Energiemanagementsysteme setzen Unternehmen in die Lage, den Energieverbrauch zu steuern und sind wichtiger Teil eines Business-Continuity-Managements, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern“, sagt Dr. Rainer Feld, Leiter „Competence Center Energy“ und Geschäftsführer der BSI Management Systems und Umweltgutachter GmbH (BSI) in Hanau. Nach einer Studie von BSI liegen Energiemanagementsysteme zwar im Trend, sind in Deutschland allerdings noch wenig verbreitet.

„Ich kenne zwar kein Unternehmen, das nicht durch die eine oder andere Maßnahme die Energienutzung zu optimieren versucht“, so Feld weiter, „das erfolgt aber in den meisten Unternehmen mehr oder weniger unsystematisch“. Dabei gibt es durch die von BSI mitentwickelte EN 16001 seit Juli 2009 die erste europäische Norm für Energiemanagementsysteme, die mit einheitlichen Kriterien die systematische Einführung unterstützt.

Kostenreduzierung, globaler Klimaschutz, Übereinstimmung mit der eigenen  Unternehmenskultur

Doch das Interesse an Energiemanagement ist durchaus vorhanden. Das zeigt die weltweite BSI-Studie zum Thema. Insgesamt 2 102 Unternehmen und Organisationen nahmen daran teil – in Großbritannien, Deutschland, Indien, China, Japan, den USA und Brasilien.

Die drei wichtigsten in der Studie herausgearbeiteten Motive für das Interesse an Energiemanagement waren Kostenreduzierung bzw. -kontrolle, der globale Klimaschutz sowie die Übereinstimmung mit der eigenen Unternehmenskultur.

Löst die ISO 50001 die EN 16001 ab?

Die europäische Norm EN 16001 wird auch von der deutschen Bundesregierung empfohlen, denn der vermehrte Einsatz von Energiemanagementsystemen könnte maßgeblich dazu beitragen, dass Deutschland die Umweltziele erreichen kann. Bis 2020 will Deutschland die CO2-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 senken. Bei der 16001 steht die Energieeffizienz im Fokus, also das Ziel, dass mit einer gegebenen dem Unternehmen zur Verfügung stehenden Menge an Energie möglichst viel erreicht wird. Die 50001 bezieht sich auf die Leistung des Energiemanagementsystems als Ganzes, will also möglichst viele verschiedene Parameter optimieren. In Deutschland zeichnet sich ab, dass beide Normen zunächst nebeneinander existieren und die Unternehmen wählen können. „Die Förderung und Vergünstigungen bei den Stromkosten könnten sich in Deutschland weiterhin auf die Anwendung der europäischen Norm beziehen“, sagt Feld. Das werde allerdings erst in Kürze entschieden.

Energy Masters Award soll Zeichen setzen

Besondere Relevanz haben Energiemanagementsysteme sicherlich bei energieintensiven Unternehmen und Organisationen. Doch darüber hinaus tragen diese Systeme auch generell dazu bei, dass Unternehmen neue Wege zur Verbesserung der Umwelt und der besseren Energienutzung beschreiten. Das ist einer der Gründe, warum BSI Management Systems die Energy Masters 2011 – eine führende Fachkonferenz für Energieverantwortliche – und den dabei Mitte März zu vergebenden Energy Masters Award unterstützt. „Wir wollen, dass die Unternehmen Energieeffizienz als wesentlichen Punkt ihrer Unternehmensphilosophie und ihrer Unternehmensziele begreifen und wir wollen die Unternehmen auszeichnen, die sich aktiv und frühzeitig um dieses Thema kümmern“, unterstreicht Feld. BSI entwickelt über 2 000 Standards und Normen pro Jahr. Das „Competence Center Energy“ legt dabei den Schwerpunkt auf Energiemanagementsysteme. Beispielsweise hat BSI in diesem Rahmen einen Industriestandard zur Überprüfung von Energiemanagementsystemen nach „EN 16001plus“ neu entwickelt, eine Erweiterung der 16001.

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