Zink: Rohstoff mit Zukunft

Zinkerz

Zink zählt nicht zu den versorgungskritischen Rohstoffen. So lautet das Ergebnis der Studie „Critical Raw Materials for the EU“, die 2010 im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurde. (Bildquelle: Initiative Zink)

(Düsseldorf, 16.02.2012) Der schonende und effiziente Umgang mit Ressourcen steht heute für Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Als Rahmen dafür hat die EU-Kommission im September 2011 den „Fahrplan zu einem ressourcenschonenden Europa“ vorgestellt. Parallel arbeitet die deutsche Bundesregierung an einem „Nationalen Aktionsplan Ressourceneffizienz“. Hintergrund dieser neuen Ausrichtung ist die Erkenntnis, dass Ressourcen endlich und bisweilen auch nicht frei zugänglich sind. Erfreulich im Hinblick auf Zink ist das Ergebnis der Studie „Critical Raw Materials for the EU“, die 2010 im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurde: Zink zählt danach nicht zu den versorgungskritischen Rohstoffen.

Tatsachen sind auch: Die Zinkreserven sind in den vergangenen Jahrzehnten stärker gewachsen als der Einsatz von Zink in Produkten und heute steht mehr Zink zur Verfügung als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte, da weltweit neue Vorkommen entdeckt und Abbau- und Gewinnungsverfahren weiterentwickelt wurden. Die Daten des Geologischen Dienstes der Vereinigten Staaten (USGS) verdeutlichen das: Betrugen 1994 nach USGS die weltweiten Zinkreserven 140 Millionen Tonnen, wurden sie 2010 hingegen auf 250 Millionen Tonnen geschätzt – und das trotz der zusätzlichen 16 Jahre, in denen Zink verwendet wurde. Die heute bekannten Zinkreserven sind – wie alle natürlichen Ressourcen – keine festen, sondern dynamische Größen, die sowohl von den geologischen Rahmenbedingungen als auch von der Interaktion zwischen Wirtschaft, Technik und Politik abhängig sind. Der Ausdruck „Reserven“ bezeichnet dabei lediglich die aktuell erfassten und vermessenen Zinkvorkommen, die mithilfe aktueller Technologien wirtschaftlich abgebaut werden können.

2010 wurden weltweit rund 12 Millionen Tonnen Zink in Erzen abgebaut. In Europa gibt es Zinkerzbergbau beispielsweise in Irland, Schweden und Polen. Einer der weltgrößten Zinkerzeuger ist das schweizerisch-englische Unternehmen Xstrata mit Aktivitäten in Spanien, Deutschland und Kanada. Dazu gehört die Zinkhütte in Nordenham bei Bremerhaven, die die Erweiterung ihrer Zinkproduktion um 150.000 Tonnen auf 300.000 Tonnen plant. „Das geschieht vor dem Hintergrund einer langfristig gesicherten Versorgung mit Zinkerzen. Neben den abbauwürdigen 250 Millionen Tonnen sind weltweit weitere 1,9 Milliarden Tonnen Zink in Lagerstätten bekannt – wodurch sichergestellt ist, dass die Welt noch für lange Zeit über reichlich Zink verfügt“, erklärt Carl van Dyken, Geschäftsführer der Xstrata Zink GmbH.

Diese Fakten dürfen jedoch nicht zu einem sorglosen Umgang mit natürlichen Ressourcen führen. Recycling spielt hier eine große Rolle: In Deutschland werden heute über 30 Prozent des gewonnenen Zinks aus Recyclingmaterialien erzeugt. Begrenzt wird diese Zahl allein dadurch, dass Zinkprodukte sehr lange halten – Zinkdächer beispielsweise bis zu 200 Jahre. Entscheidend für Zink ist die sogenannte End-of-Life-Recyclingrate (EOL), die angibt, wie viel des nach Ablauf der Nutzungsdauer zur Verfügung stehenden Zinks auch tatsächlich recycelt wird. In Europa beträgt die EOL-Recyclingrate für alle Zinkanwendungen durchschnittlich 70 Prozent.

Hauptquellen für das Zinkrecycling sind Zinkbleche, verzinkter Stahl, Messing und Zinkdruckgussteile. Darüber hinaus gibt es eine Reihe zinkhaltiger Materialien, die beispielsweise beim Feuerverzinken oder beim Recycling von Stahlschrott anfallen und als Rohstoffe für die Zinkerzeugung genutzt werden– und zwar ganz ohne Downcycling: Recyclingzink weist die gleiche Qualität wie Primärzink auf.

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