Vom Strohhalm zum Kunststoff: Zellstoff-Nebenprodukt wird Basis für Nylon und Perlon

© Silvia SteinbachEin Mitarbeiter zieht im Labor für Systembiotechnologie an der Universität des Saarlandes einen Bionylonfaden aus einem Glaskolben.

© Silvia Steinbach. Ein Mitarbeiter zieht im Labor für Systembiotechnologie an der Universität des Saarlandes einen Bionylonfaden aus einem Glaskolben.

Plastik aus Stroh: Auf diese Formel lässt sich das Vorhaben reduzieren, das das Team von Christoph Wittmann aus der Systembiotechnologie gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie seit Anfang Februar verfolgt. Im Projekt „LiGNUM“ sollen Bakterien so manipuliert werden, dass sie ein Nebenprodukt aus der Strohzellstoff-Produktion verwerten können, um daraus Grundbestandteile für Nylon und Perlon zu erzeugen.

Aus industriellen Nebenströmen wieder nutzbare Rohstoffe zu machen, ist die Grundidee der Kreislaufwirtschaft. Im Projekt LiGNUM wird diese Idee konkret umgesetzt: Stoffströme aus der Zellstoffproduktion sollen mithilfe von Mikroorganismen in Bausteine für neue Kunststoffe umgewandelt werden – und damit erdölbasierte Ausgangsstoffe ersetzen. Dass dies in der Region verankert und zugleich überregional vernetzt geschieht, ist dabei das I-Tüpfelchen. Weiterlesen

Neuer Weg zu 2D-Materialien

Kombination eines Modells aus einer Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme (links) mit einem Ausschnitt der zugrunde liegenden Kristallstruktur eines untersuchten MXenes mit präzise kontrollierten Oberflächenabschlüssen.© B. Schröder/HZDR

Kombination eines Modells aus einer Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme (links) mit einem Ausschnitt der zugrunde liegenden Kristallstruktur eines untersuchten MXenes mit präzise kontrollierten Oberflächenabschlüssen.
© B. Schröder/HZDR

Ein internationales Forschungsteam der Technischen Universität Dresden (TUD), des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik Halle, des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und weiterer Partnerinstitutionen in Europa hat eine neue Methode zur Herstellung von MXenen – einer wichtigen Familie zweidimensionaler Materialien – mit bisher unerreichter Reinheit und Kontrollierbarkeit entwickelt. Ein neuer „Gas-Flüssig-Feststoff“-Prozess ermöglicht die Synthese reiner MXene mit gleichmäßig verteilten und in ihrer Zusammensetzung gezielt eingestellten Halogenatomen auf der Oberfläche. Das führt zu einer spürbaren Steigerung der elektrischen Leitfähigkeit und eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten in der Hochleistungselektronik, Sensorik und Energietechnik. Weiterlesen

GiantEye – Computertomographie in neuer Dimension

© Fraunhofer IISGantry-Bauweise in Anlehnung an medizinische CT-Scanner: Strahlenquelle und Detektor werden in einer Gantry-Bauweise vertikal rotierend um das Prüfobjekt bewegt. Dies erlaubt es, große Objekte in ihrer natürlichen, horizontalen Lage zu untersuchen, ohne sie zuerst hochkant ausrichten zu müssen.

© Fraunhofer IIS
Gantry-Bauweise in Anlehnung an medizinische CT-Scanner: Strahlenquelle und Detektor werden in einer Gantry-Bauweise vertikal rotierend um das Prüfobjekt bewegt. Dies erlaubt es, große Objekte in ihrer natürlichen, horizontalen Lage zu untersuchen, ohne sie zuerst hochkant ausrichten zu müssen.

Einen Blick ins Innere eines Objekts zu werfen, ohne den Zustand durch das Öffnen oder Demontieren verändern zu müssen: Das ist das Ziel der zerstörungsfreien Prüfung (ZfP). Doch gescannt werden kann nur, was ins Prüfgerät passt. Im Projekt GiantEye entwickelt das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in seinem Bereich Entwicklungszentrum Röntgentechnik am Standort Fürth ein neuartiges Hochenergie-Computertomographie-System: Es ermöglicht die zerstörungsfreie Prüfung und Digitalisierung großer und komplexer Objekte in höchster Detailtiefe.

Traditionelle Industrietomographen stoßen an physikalische Grenzen, wenn es um große Volumina und hohe Durchstrahlungsanforderungen geht. Das im Jahr 2013 erbaute XXL-CT-System des Fraunhofer IIS gilt als die weltweit einzige öffentlich zugängliche Anlage mit der Fähigkeit, komplette Fahrzeuge und Seecontainer zu scannen, erforderte jedoch ein aufwändiges Handling der Prüfobjekte. Weiterlesen

Farbtrends 2026/27 – Zwischen Realität, Emotion und Zukunft

© GRAFE GmbH & Co. KG

© GRAFE GmbH & Co. KG

Farbe ist weit mehr als eine visuelle Komponente – sie ist Emotion, Haltung und Markenbotschaft zugleich. In einer Welt, die von technologischer Beschleunigung und gesellschaftlichem Wandel geprägt ist, wird Farbe zur Brücke zwischen Mensch und Material. Sie kommuniziert Werte, schafft Orientierung und löst unbewusste Reaktionen aus. Besonders in der Verpackungs- und Kosmetikindustrie bestimmt sie maßgeblich, wie Produkte wahrgenommen werden – ob als nachhaltig, luxuriös, innovativ oder vertraut. Mit den GRAFEColors 2026/27 präsentiert das GRAFE-DESIGN-CENTER eine Kollektion, die genau diese Wechselwirkung aufgreift. Sie verbindet globale Trendforschung mit materialtechnischer Expertise – und übersetzt gesellschaftliche, ökologische und digitale Einflüsse in fünf stimmige Farbwelten. Jede davon erzählt ihre eigene Geschichte, inspiriert von Emotion, Zeitgeist und Zukunftsdenken. Weiterlesen

VAHLE baut Präsenz in Indien aus: Neues Betriebsgebäude in Chennai eröffnet

  • Achim Dries, CEO der VAHLE Group (rechts), und Ramesh Kumar, Managing Director VAHLE India, bei der feierlichen Eröffnung des neuen Betriebsgebäudes in Chennai mit symbolischer Banddurchtrennung. (Foto: VAHLE)

    Achim Dries, CEO der VAHLE Group (rechts), und Ramesh Kumar, Managing Director VAHLE India, bei der feierlichen Eröffnung des neuen Betriebsgebäudes in Chennai mit symbolischer Banddurchtrennung. (Foto: VAHLE)

    Zentrale Drehscheibe für Vertrieb, Logistik und Service im indischen Markt

  • Effiziente Projektumsetzung und Kundensupport durch lokale Präsenz
  • Stärkung der Position in einem der wachstumsstärksten Märkte Asiens

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Von Heizleiter bis Filter: Keramische Werkstoffe für eine effiziente und kreislauffähige Fertigung

Stacksystem mit funktionalisierter Schaumkeramik und LED-Array zur photokatalytischen Reinigung industrieller Prozesswässer.© Fraunhofer IKTS

Stacksystem mit funktionalisierter Schaumkeramik und LED-Array zur photokatalytischen Reinigung industrieller Prozesswässer. © Fraunhofer IKTS

Die Anforderungen an moderne Fertigungssysteme steigen kontinuierlich. Neben Präzision und Wirtschaftlichkeit rücken Aspekte wie Energieeffizienz, Rohstoffunabhängigkeit und Umweltverträglichkeit in den Vordergrund. Aktuelle Entwicklungen aus der Keramik- und Hartmetallforschung eröffnen neue Perspektiven: Zirkoncarbid, SiC-gebundene Diamantwerkstoffe, intelligente Hartmetalle und funktionalisierte Schaumkeramiken zeigen, wie sich Werkstoffinnovationen direkt in nachhaltige Produktionslösungen übersetzen lassen. Weiterlesen

Aquaplaning-Effekte beim Schlichten und ihre Auswirkungen auf die Oberflächenqualität

berflächenrauheiten und Normalkräfte beim Schlichten mit einer Zustellung von ae = 20 µm und einer tangentialen Vorschubgeschwindigkeit von vft = 8.000 mm/min.

berflächenrauheiten und Normalkräfte beim Schlichten mit einer Zustellung von ae = 20 µm und einer tangentialen Vorschubgeschwindigkeit von vft = 8.000 mm/min.

In der industriellen Praxis wird für die zwei Teilschritte des Schleifprozesses Schruppen (hoher Materialabtrag) und Schlichten (Einstellung der geforderten Oberflächenqualität) für gewöhnlich der identische Volumenstrom QKSS an Kühlschmierstoff genutzt. Da aber beim Schlichten nur noch ein geringer Materialabtrag ohne starke thermische Beanspruchung stattfindet, sind die für das Schruppen gewählten Volumenströme viel zu hoch. Dies hat nicht nur ökologische, sondern auch technologische Nachteile. So kann sich z.B. ein Kühlschmierstofffilm zwischen Werkstück und Schleifscheibe bilden, wodurch beim Schlichten ein reduzierter Materialabtrag stattfindet und somit die geforderte Oberflächenqualität nicht erreicht wird. Weiterlesen

Antibakterielle Silberinseln in Titan

Orthopädisches Hüft-Implantat, das zukünftig mit additiver Fertigung aus Silber-Titanlegierungen gefertigt werden könnte.

Orthopädisches Hüft-Implantat, das zukünftig mit additiver Fertigung aus Silber-Titanlegierungen gefertigt werden könnte.

In Titanimplantaten erzeugt additive Fertigung gezielt nanoskalige Silberinseln. Dank der Unmischbarkeit von Silber und Titan setzen sie lokal Silberionen frei und bieten einen integrierten antibakteriellen Schutz ohne zusätzliche Beschichtungen.

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Herstellung und Charakterisierung eines Metall-Keramik-Verbundwerkstoffs mittels Additiver Fertigung Teil 2 (Methode und Ergebnisse)

Materialien
Mittels Material Extrusion hergestellter Probekörper

Mittels Material Extrusion hergestellter Probekörper

Für die Metall-Matrix wurde ein Pulver des Edelstahls 316L mit einer Korngröße d50 = 8,6µm verwendet. Dieses wurde mit einem Aluminiumoxid-Pulver einer mittleren Korngröße d50 = 56 µm gemischt. Es wurde eine Mischung mit einem Masseverhältnis Metall / Keramik von 75:25 hergestellt. Dieses Masseverhältnis entspricht einem Volumenverhältnis von 60:40.
Für die Herstellung einer extrudierbaren Paste wurden den Pulvern Wasser, Zelluloseether und ein Extrusionshilfsmittel zugesetzt. Weiterlesen

Die zweite Schicht: Deep Learning in der Produktion

Rückblick: Vom klassischen ML zum Deep Learning
FOM Hochschule für Oekonomie & Management

FOM Hochschule für Oekonomie & Management

Im ersten Teil dieser Artikelserie stand der Einstieg in die Künstliche Intelligenz über klassische Machine-Learning-Verfahren im Fokus. Entscheidungsbäume, Random Forests oder ähnliche Modelle bieten mittelständischen Unternehmen einen pragmatischen Zugang zu datengetriebener Optimierung. Sie sind transparent, vergleichsweise leicht zu implementieren und liefern robuste Ergebnisse – solange sich das Problem klar strukturieren lässt. Doch nicht jede industrielle Fragestellung lässt sich mit festen Regeln oder wenigen Entscheidungsdimensionen abbilden. Spätestens dann, wenn visuelle Informationen ins Spiel kommen oder kontinuierliche Zielgrößen vorhergesagt werden müssen, stoßen klassische ML-Ansätze an ihre Grenzen. An dieser Stelle beginnt die nächste Schicht der KI-Zwiebel: Deep Learning. Weiterlesen

Die Kernmacherei der Zukunft

Kernschießmaschinen setzen immer noch Maßstäbe: Bis zu 2,5 Tonnen können z.B. die Kerne der LHL200_1700 auf die Waage bringen, die als Formteile für Schiffsmotoren dienen.

Kernschießmaschinen setzen immer noch Maßstäbe: Bis zu 2,5 Tonnen können z.B. die Kerne der LHL200_1700 auf die Waage bringen, die als Formteile für Schiffsmotoren dienen.

Die Kernmacherei steht vor einem Umbruch: Digitalisierung, Automatisierung und additive Fertigung verändern Prozesse und Kostenstrukturen grundlegend. Der Beitrag zeigt, wie hybride Kernmachereien neue Flexibilität schaffen und Gießereien zukunftsfähig machen. Weiterlesen

Integrierte Solarbatterien

Dr. Diana Freudendahl, Dr. Heike Brandt, Dr. Ramona Langner

Überschüssige, aus Solaranlagen gewonnene Energie wird idealerweise möglichst unmittelbar und mit wenigen Verlusten in Batterie-Systemen gespeichert. Eine kontinuierliche Bereitstellung von Strom auch in Dunkelperioden ist dadurch möglich. Typischerweise handelt es sich dabei um getrennte Systeme aus Photovoltaikmodulen und Batteriespeichern, die über eine externe Verkabelung miteinander gekoppelt sind und in ihrer Gesamtheit bisweilen auch als modulare Solar- oder Photobatterien bezeichnet werden. Solche Systeme und ihre Einzelkomponenten sind heute bereits in der Breite verfügbar und leicht hochzuskalieren. Aufgrund ihres Aufbaus weisen sie jedoch vergleichsweise große Umwandlungs- und Leitungsverluste auf, daher wird mittlerweile an integrierten Solarbatterien geforscht. Sie wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um, die dann direkt im gleichen System gespeichert werden kann. Solche Systeme sind beispielsweise für kleinere Geräte interessant, die von einer netzunabhängigen Elektrifizierung profitieren oder eine solche benötigen, wie Geräte im Kontext von Smart Citys und Smart Home, Anwendungen in den Bereichen Internet der Dinge (IoT) und Sensornetzwerken sowie für tragbare Elektronikgeräte. Außerdem könnten sie potenziell auch für eine kurzfristige Notstromversorgung sinnvoll sein. Weiterlesen